MINT in Tüten 2019
Lehmkühler
27.06.2019 MARL 261 0

MINT in Tüten oder:

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VDE Rhein-Ruhr e.V.

Was ensteht, wenn Technik verbindet!

Donnerstag. Morgens 9 Uhr.
15 SchülerInnen des Theodor Heuss Gymnasiums Waltrop treffen auf 15 SchülerInnen des Albert Schweitzer Geschwister Scholl Gymnasiums Marl in der Pausenhalle. Zurückhaltung. Ein Mädchen sagt: „Ich kenne hier keinen!“ Eins ist sicher, das wird sich ändern!
Denn alle diese SchülerInnen, von der 8. Klasse bis zum Einführungsjahrgang der Oberstufe, die sich im vergangenen Jahr hervorgetan haben im Bereich der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) sind neugierig. Neugierig auf: DIE TÜTE! Was ist da drin? Und was kann man daraus entstehen lassen?

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Bereits zum zweiten Mal fördert der VDE Rhein-Ruhr mit dem Projekt „MINT in Tüten“ an beiden Gymnasien das Technikinteresse und den leichten Zugang zur Elektrotechnik. Unabhängig von Alter, Geschlecht, Vorkenntnissen und Schulzugehörigkeit werden die SchülerInnen in 5 Gruppen aufgeteilt, bekommen eine Tüte mit elektrotechnischem Basismaterial und Bastelutensilien und dann haben sie 3 Stunden Zeit eine Idee zu kreieren und umzusetzen.

Gibt es Schwierigkeiten oder braucht man Spezialwerkzeug, kann sich jede Gruppe Unterstützung in der Projektzentrale bei einem Experten des VDE holen. Mit unglaublich viel Engagement betreuen Sebastian Pieper und Jan Rogall vom VDE Rhein-Ruhr das Projekt.
Und verwendet wird alles. Die als Giveaway gedachten Kugelschreiber mit Leuchteinheit, werden ebenso auseinandergenommen, wie die mit Elektromotoren. „Wir haben das Getriebe abgeschraubt, damit der Motor mehr Kraft hat!“ Das die Kinder auf die Idee kommen, lässt Herrn Pieper erstaunen.

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Begeisterung und große Unterstützung erfährt das Projekt auch von Seiten der Schulen. Michael Plenge, MINT-Koordinator vom Theodor Heuss Gymnasium sieht die Technik als die Disziplin, die alle anderen MINT Bereiche verbindet. „Jede Studie im naturwissenschaftlichen Bereich setzt technische Kenntnisse voraus. Und der Versuch diese in den allgemeinen Unterricht zu integrieren scheitert oft an Ausstattung und sowohl zeitlicher und finanzieller Unterstützung“ sagt Plenge. Umso mehr freut er sich über die Kooperation mit dem VDE Rhein-Ruhr.

„Bei MINT in Tüten geht es in erster Linie nicht um einen Wettbewerb. Dieses Projekt entkräftet das Vorurteil, die MINT Fächer wären nicht kommunikativ!“ freut sich
Dorothee Schlüter, Schulleiterin des Albert Schweitzer Geschwister Scholl Gymnasiums, und nimmt sich extra viel Zeit bei der Präsentation der Objekte.

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Und was in diesen 3 Stunden inhaltlich und kommunikativ entsteht ist beeindruckend.
Nachdem der Inhalt der Tüten gesichtet ist, wird zunächst beratschlagt, diskutiert, entworfen und unterschiedlichste Ideen entwickelt. Und dann „darf man hier endlich eigenständig Sachen bauen“. Auch wenn die Mädchen zahlenmäßig unterlegen sind, wird ihre Kreativität geschätzt, werden sie voll akzeptiert und integriert.

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Hier gilt: Jeder hilft jedem und jeder gibt sein Bestes. Und mit zunehmend lebhaftem Austausch und häufig lautem Gelächter entstehen nach und nach Objekte, die selbst den Projektleiter Martin Hölscher vom VDE in Erstaunen versetzen: zwei Flugzeuge, ein ferngesteuertes Boot mit Hupe, eine Windmühle und ein ferngesteuertes Auto.

Nach einer kurzen Präsentation, werden Design, Funktionalität und Komplexität der Objekte von den SchülerInnen selber bewertet. Und auch dabei ist klar: es geht nicht um den Sieg, sondern um den Spaß an der Technik!

Und wenn am Ende Handynummern ausgetauscht werden, man sich auf das nächste Mal freut und im Hinausgehen ein Schüler sagt: „Ich bin so stolz auf mich!“, dann wünschen sich alle, dass dieses Projekt noch viel häufiger möglich wird.

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