Exkursion RRX
Prof. Dr.-Ing. Andreas Steimel
19.06.2019 Dortmund 111 0

Exkursion am 06.06.2019

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VDE Rhein-Ruhr e.V.

Besichtigung des Rail Service Centers für den Rhein-Ruhr-Express

Im Rhein-Ruhr-Gebiet wird zur Zeit der der normalen S-Bahn überlagerte „Rhein-Ruhr-Express RRX“ implementiert. Im Endzustand (2030) sollen 7 Linien mit den äußersten Endpunkten Kassel, Minden, Münster, Wesel, Aachen und Koblenz in Betrieb stehen. Es werden dafür 82 neue Triebzüge des Typs Siemens Desiro HC Baureihe 462 beschafft, die aus je zwei einstöckigen Endmotorwagen und zwei doppelstöckigen, nicht angetriebenen Mittelwagen in Aluminium-Leichtbauweise für zusammen 800 Passagiere bestehen.

Die Antriebsleistung ist 4 MW, die Höchstgeschwindigkeit 160 km/h. Die von den vier beteiligten Verkehrsverbünden beschafften Züge werden nach einem europa-weiten Wettbewerbsverfahren von den Eisenbahnverkehrsunternehmen Abellio Rail NRW und NationalExpress Rail betrieben.

Die ersten 15 Züge kamen zum Winterfahrplan 2018/19 auf der Linie RE11 im „Vorlaufbetrieb“ in Einsatz. Zu ihrer Wartung hat Siemens Mobility am 5. September 2018 am Rangierbahnhof Dortmund-Eving ein Wartungs-, Reparatur- und Reinigungszentrum in Betrieb genommen.
Am 06. Juni 2019 konnten 21 Mitglieder der Seniorengemeinschaft des VDE Rhein-Ruhr und Gäste das neue „Rail Service Center (RSC)“ besichtigen.

Zuerst hat uns Frau Klawunn, verantwortlich fürs Besuchermanagement im RSC, in einem Übersichtsvortrag die neue Anlage vorgestellt: Während der Einfahrt in das Depotgelände passieren die Züge die Fahrzeugs-Inspektions-Anlage (AVI), die automatisch Räder, Achswellen und Laufflächenprofile mit Lasertechnologie überprüft und dabei die Daten unmittelbar in das Datenmanagementsystem einspeist. Eine Vielzahl in den Fahrzeugen eingebaute Sensoren sendeten schon kontinuierlich im Betrieb Zustandsdaten an das Servicezentrum, so dass bereits im Vorhinein nötige Maßnahmen ergriffen werden können.

In der Wartungshalle können dann auf 6 Gleisen die Züge auf aufgeständerten Gleisen und über Dacharbeitsbühnen behandelt werden. Es stehen des Weiteren die üblichen Hebegeräte, eine Unterflurdrehbank sowie ein Radsatzwechselsystem zur Verfügung, ferner eine Außenreinigungsanlage, Gleise für die Innenreinigung sowie Enteisungsgeräte. Zur kurzfristigen Bereitstellung von Kunststoffersatzteilen dient ein Hochleistungs-3D-Drucker. Mit diesen Maßnahmen kann die vertraglich vereinbarte Verfügbarkeit der Fahrzeuge von über 99 Prozent gesichert werden.

Diese Anlagen und das „Innenleben“ eines Zugs – dessen Designkonzept in Orange, Anthrazit und Weiß 2009 mit dem renommierten Red Dot Award ausgezeichnet wurde – konnten anschließend unter der kundigen Führung von Frau Klawunn besichtigt werden.

Prof. Dr.-Ing. Andreas Steimel