VDE Rhein-Ruhr trifft GET racing am Hockenheimring
Technik trifft Emotionen: VDE Rhein-Ruhr hautnah beim Einsatz des Dortmunder GET racing Teams in der Formula Student Electric am Hockheimring Ende August dabei
Der VDE Rhein-Ruhr unterstützt als Silber-Sponsor das GET racing Team der TU Dortmund. Bereits im März 2025 gab es spannende Einsichten in die Arbeit des Rennteams auf der Mitgliederversammlung des VDE Rhein-Ruhr in Form eines Festvortrages. GET racing veranstaltete anschließend ein kurzweiliges Online-Quiz mit dem Auditorium. Den Hauptpreis, zwei Tageskarten zum Renn-Wochenende am Hockenheimring Ende August, gewann unser Vorstandsvorsitzender Lars Jendernalik.
An diesem Wochenende (22. - 24. August) war es dann so weit. Lars Jendernalik fuhr mit seiner Frau Katrin zum Hockenheimring, um das Dortmunder GET racing Team live und hautnah in Aktion zu erleben.
Was ist die Formula Student Electric?
Die Formula Student ist ein internationaler Konstruktionswettbewerb für Studierende, stark angelehnt an der amerikanischen Formula SAE™. Diese Formula SAE™ wurde 1981 von der Society of Automotive Engineers (SAE) in den USA als Hochschulwettbewerb ins Leben gerufen. Seitdem gibt es Ableger in 12 verschiedenen Ländern. Diese haben größtenteils sehr ähnliche Regeln, sodass die Teams mit ihren Wagen an mehreren Events teilnehmen können. Der deutsche Ableger FSG (Formula Student Germany) feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum, Glückwunsch!
Durch die Teilnahme an der Formula Student sammeln angehende Ingenieurinnen und Ingenieure Praxiserfahrung in den Bereichen der Konstruktion, im Teamwork oder im Zeit- und Projektmanagement. Jedoch sollte man nicht die Wichtigkeit der wirtschaftlichen Aspekte innerhalb des Teams vernachlässigen, denn diese müssen sich selbst durch Sponsoren und Spenden finanzieren. Die Studierenden planen, konstruieren und fertigen jährlich ihren neuen Formel-Rennwagen eigenständig und verbessern dadurch ihre fachlichen Qualifikationen. Im gesamten Wettbewerb wird dabei Englisch gesprochen.
Der Wettbewerb teilt sich in zwei Teile auf: Der Formula Student Combustion (FSC) und der Formula Student Electric (FSE). Die Formula Student Electric wurde 2010 eingeführt und wird parallel zur Formula Student Combustion abgehalten. In dieser Klasse sollen die Studierenden ein rein elektrisch angetriebenes Elektrofahrzeug konstruieren. Doch hier gibt es Einschränkungen:
- die maximale Spannung beträgt 600V DC
- die maximale Leistung, die aus den Akkus entnommen werden darf, beträgt 85 kW
Dies klingt zunächst nach überschaubaren Kennwerten, jedoch trifft diese Leistung auf etwa 200 Kilogramm (ohne Fahrer oder Fahrerin). Somit sind ziemlich beeindruckende Beschleunigungswerte auf 100 Stundenkilometer in etwa drei bis vier Sekunden möglich. Also echte Rennwerte, die schon auf dem Papier beeindrucken.
Was macht GET racing als Rennteam der TU Dortmund?
GET racing ist das studentische Rennteam der Technischen Universität Dortmund und Anlaufpunkt für alle, die für Motorsport brennen. Jedes Jahr baut das Team einen einsitzigen Rennwagen, der auf den verschiedenen Formula Student Events in Europa gefahren wird. Die Vielzahl an Mitgliedern plant, konstruiert und fertigt den Rennwagen in Eigenregie und erlebt dabei den vollständigen Entstehungsprozess. Das diesjährige Fahrzeug FS225 trug die Nummer 172.
Mit mehr als 40 Mitgliedern verschiedener Fakultäten und Studiengänge ist dies nur durch einen professionellen Angang möglich. Dabei bleibt aber auch der Spaß nicht auf der Strecke, sondern es gibt auch außerhalb der Werkstatt zahlreiche gemeinsame Aktivitäten wie Kartfahren oder gemeinsames Grillen.
Warum sponsort der VDE Rhein-Ruhr Rennteams?
Die Kombination aus Technik, Teamarbeit und professioneller Zusammenarbeit prägt auch den VDE und seine Bezirksvereine. Daher ist ein Sponsoring studentischer Rennteams die ideale Verbindung zwischen VDE und jungen Menschen, die Spaß an herausfordernden technischen Aufgaben haben.
Wie war das Rennwochenende am Hockenheimring?
Die ganze Veranstaltung war höchst professionell vorbereitet und durchgeführt. Über 400 ehrenamtliche Helfer und Helferinnen sorgten für eine reibungslosen und sicheren Ablauf der Veranstaltung. Es waren 84 Rennteams am Start, was für eine unglaubliche Atmosphäre vor Ort sorgte. Alle Teams waren extrem professionell unterwegs. Es wurde hart gefightet, aber auch zusammen gejubelt!
Die Teams waren in der Boxengasse der Formal 1 untergebracht, jeweils 6 Rennteams in einer Box. Dies ergab eine tolle Atmosphäre, in der die Teams auch in einen regen Austausch kamen. Der Teamleiter Stefan Rommel des GET racing Teams begrüßte uns mit seinem Team im Fahrerlager und nahm sich viel Zeit für uns. Wir hatten das Glück, direkt morgens bereits das Dortmunder Rennfahrzeug FS225 beim "Driverless Trackdrive" in Aktion erleben zu dürfen. Anschließend nahm sich das Team viel Zeit für uns und erklärte uns die technischen Details und Besonderheiten der Rennfahrzeuge. Einen besonders hohen Stellenwert nahm dabei auch die Sicherheit der Fahrzeuge ein.
Bereits an den Tagen vor den Rennen gab es mehrere statische Disziplinen, in denen die Teams ihr Können unter Beweis stellen müssen:
Im "Engineering Design Event" geht es um die Konstruktion des Rennwagens und die Raffinesse der erbrachten Ingenieursleistung. Hier zählen unter anderem der Einsatz neuartiger Werkstoffe und neuester Technologien. Diese werden dann im „Design Report“ vorgetragen und der Jury am Wagen präsentiert.
Alle verbauten Teile am Rennwagen – ob selbst gefertigt oder in Auftrag gegeben – produzieren Kosten. Diese müssen, umgerechnet auf eine Kleinserie von 3.000 Fahrzeugen, im „Cost Report“ offengelegt werden. Die Juroren bewerten in einer Diskussion das Kostenbewusstsein des Teams im Hinblick auf das gebaute Fahrzeug.
In einer zehnminütigen "Business Plan" Präsentation wird versucht, eine fiktive Investorengruppe – auch wieder durch Juroren repräsentiert – von dem Bau des Rennwagens in einer Kleinserie zu überzeugen. In dieser Präsentation wird der Businessplan des Teams vorgestellt und die Fragen der Jury werden beantwortet.
Die Herausforderungen auf der Rennstrecke gliederten sich dann in mehrere Abschnitte am Wochenende:
Beim Beschleunigungsrennen "Acceleration" wird das Rennfahrzeug auf einer Strecke von 75 m aus dem Stand heraus beschleunigt.
Im Qualifying "Autocross" wird auf einem ca. 900 m langen Kurs das Handling des Fahrzeugs getestet. Die Strecke besteht aus Geraden, Slalomabschnitten und neben den normalen Kurven auch einigen Haarnadelkurven. Hier zählt nicht nur die schiere Leistung, sondern die ganze Abstimmung des Autos muss stimmen.
In der Königsdisziplin "Endurance" wird meist eine leicht modifizierte Strecke des Autocross gefahren. Hierbei gilt es eine Gesamtfahrstrecke von 22 km zu bewältigen.
Der Test der Kurvenfahrt wird im "Skid-Pad" geprüft. Beim Skid-Pad hat die Rennstrecke die Form einer 8. Beide Kreise werden je zweimal in einer Richtung durchfahren.
Ein besonderes Highlight ist die Disziplin "Driverless Trackdrive", bei der die Fahrzeuge autonom ohne Fahrer auf dem Parcours unterwegs sind.
An dieser Stelle gilt ein besonderer Dank dem Teamleiter Stefan Rommel und dem gesamten GET racing Team für die spannenden Einsichten hinter die Kulissen im Boxenlager!
Wer mehr über die Formula Student Germany und das GET racing Team der TU Dortmund erfahren möchte, kann hier vorbeischauen: