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Exkursion zum GuD-Kraftwerk der Steag Iqony Group in Herne

SG Iqony
Andreas Steimel

Die Ankündigung der Exkursion der Seniorengemeinschaft zum noch recht neuen Gas- und Dampf-(GuD)-Kraftwerk der Steag Iqony Group in Herne rief das Interesse von über 100 VDE-Kolleginnen und Kollegen hervor, von denen sich dann 70 anmeldeten. Die Kraftwerksleitung der Anlage in Herne machte es möglich, dass zweimal 15 Mitglieder und Gäste am 19. und am 24. März 2026 die Gelegenheit zu Vortrag und Besichtigung hatten.

Bereits seit 1937 steht der Name Steag für Tradition, Expertise und Know-how in Sachen Energiewirtschaft. Sie gewährleistet mit der Steag Power und der Iqony Versorgungs-sicherheit und entwickelt die Energiewirtschaft insgesamt weiter. In der Iqony sind die Bereiche Photovoltaik und Windenergie, die Wasserstoffaktivitäten, die Energielösungen zur Dekarbonisierung von Industrie und Kommunen, die Fernwärmeversorgung, die Energiespeicher für Strom und Wärme sowie die Aktivitäten im Bereich der Digitalisierung gebündelt. Die Steag Power bündelt das Kraftwerksgeschäft; ihr Anteil an der Gesamtstromerzeugung in Deutschland beträgt etwa fünf Prozent.

Während die Arbeiten zum neuen GuD-Kraftwerk schon im Jahr 2018 starteten, musste der Turbinensatz in der heißen Covid-Phase montiert (Juni 2020) und in Betrieb gesetzt (September 2022) werden. Für die Gasversorgung wurde eine 22 Kilometer lange Gas-leitung zwischen Datteln und Herne gebaut. Die Gasturbine vom Typ Siemens SGT5-8000H hat eine Nennleistung von 480 MW, bei einem Gewicht von 485 t. Ihre 630°C heißen Abgase erzeugen in einem Abhitze-Kessel den Dampf für die nachgeschaltete Dampfturbine von 218 MW, die mit dem Turbogenerator in einer 3000 min-1-Einwellen-anlage mit einer elektrischen Nennleistung von 650 MW zusammengefasst ist. Wahl-weise können 400 MJ/h Dampf an das Fernheizungssystem geliefert werden. Arbeitet die Dampfturbine auf den Kondensator, erreicht der Wirkungsgrad einen Wert von 60 Prozent, im Fernheizbetrieb 85 Prozent.

Nach Vortrag und Besichtigung haben wir bei einem leckeren Snack Fragen zur Kraftwerksstrategie im Rahmen der Energiewende sowie zu geplanten Aktivitäten auf dem Energiespeichergebiet diskutiert. So sind zurzeit Gasturbinen mit Nennleistungen bis 850 MW in Entwicklung, die auch eine H2-Beimischung von 30 Prozent zum Erdgas erlauben würden, was aber die restliche Ausrüstung noch nicht zuließe.